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Exkursion zur Buchmesse

Inzwischen ist es bereits zur Tradition geworden, dass wir für unsere Schüler Exkursionen zur Leipziger Buchmesse anbieten.

Auch wenn das Erlebnis dieses Events an erster Stelle steht, so dient diese Ausstellung auch dazu, unsere Schüler zum Lesen anzuregen.

In Gruppenarbeit werden im Rahmen dieser Exkursionen zu konkreten Themen interessante Projekte entwickelt, die dann auch öffentlich ausgestellt werden.

Wenn vom 12. bis 15. März 2015 die Buchmesse wieder ihre Türen öffnet, dann werden auch von uns wieder ganze Klassen zu den Gästen gehören, die sich in den verschieden großen Hallen näher umschauen.

 

Meerjungfrauen, Werk-Zeugs und Deutsch als Fremdsprache? Auf der Leipziger Buchmesse gerät man in eine regelrechte Sintflut von Eindrücken, die einen sofort verzaubern, in ihren Bann ziehen, aber auch überfordern können.

Schon früh am Morgen trafen wir mit hohen Erwartungen auf  fünf riesige Hallen voller Überraschungen, die nur darauf warteten von uns entdeckt zu werden. Unsere Highlights fanden wir in Halle 2, in welcher Neuerscheinungen und Klassiker der Kinder – und Jugendbücher verlagsunterteilt vorgestellt wurden.
Vertreten waren Verlage aus ganz Deutschland. Besonders faszinierte uns ein Stand mit der Aufschrift „Werk-Zeugs“. Der Titel klang für uns zwar nicht allzu vielversprechend, aber hinter diesem verbarg sich ein Unternehmen, welches sich auf der Buchmesse mit vielen Neuerscheinungen von unzähligen Verlagen, wie zum Beispiel auch die geliebten Bände „Die Tribute von Panem“, präsentierte. Unsere Faszination an diesem kleinen aber feinem Stand hatte man uns wahrscheinlich angesehen, denn einer der Mitarbeiter sprach uns sofort an: „Hallo Mädels, kann ich euch helfen?“. Natürlich hatten wir gleich ein paar Fragen: “Wo kommen Sie den eigentlich her? Werk-Zeugs hat man in unserer Ecke noch nicht gehört.“ „Wir sind eine kleine Firma aus dem Saarland, die viele Verlage vertritt und kommen jetzt schon seit 6 Jahren zur Buchmesse“ „Wow, das muss sich ja richtig lohnen?!“, „Ja, sonst würden wir es nicht machen!“, sagte er mit einem freundlichen Lächeln. „Bemerkt man denn einen Unterschied in den Verkaufszahlen, wenn Sie sich hier präsentieren?“ fragten wir gleich weiter. „Natürlich, unser Geschäft besuchen viele Leute meist einfach nur um zu schauen. Alle die hier extra bis nach Leipzig kommen, interessieren sich wirklich für die Bücher und wollen auch welche kaufen!“.
Ja, und das wollten wir ebenfalls. Bei so nettem Personal schlugen wir gleich zu und kauften uns eine Neuerscheinung. Mit neuem Buch in der Hand und Strahlen in den Augen machten wir uns dann weiter auf die Suche nach der nächsten Attraktion, welche auch nicht lange auf sich warten ließ.
Wir kamen bei einer sogenannten “Lesebude” vorbei und sahen Leute, die mit dem Aufbauen eines Beamers auf der Bühne beschäftigt waren. Wir ergriffen die Chance und setzten uns auf freie Plätze, um uns die augenscheinlich bevorstehende Lesung nicht entgehen zu lassen. Kurz darauf ging es auch schon los. Zum Glück, denn um uns war es jetzt doch recht voll geworden und man konnte schon leicht klaustrophobische Zustände zwischen den ganzen Menschen bekommen. Ein Mann mit Safari-Hut und Weste namens Harry T. Master kam auf die Bühne, setzte sich in einen Sessel und begann aus dem Buch “Kathy und der Große Krieg” vorzulesen, was er gemeinsam mit der Autorin Linda Kronrat verfasst hatte. Es handelte sich dabei um die 4. Fortsetzung eines Jugendbuches, was – wie Hr. Master extra betonte – für Kinder von 11 Jahren aufwärts sei. Denn in diesem Buch geht es um das wichtige, aber komplexe Thema Krieg, das hier für die Jüngeren vereinfacht und verständlich dargestellt wird. Die Kinder links und rechts von uns – genau wie wir – lauschten dem langhaarigen Mann gebannt und folgten den veranschaulichenden Bildern, die während der Lesung an die Wand projiziert wurden. Nach dieser schönen Erfahrung liefen wir weiter und noch ganz in Gedanken, entdeckten wir auch schon das nächste Highlight unseres Tages.
Erneut fiel uns ein besonderer Name in den Blick: „Bleilaus-Verlag“. Keine zwei Sekunden später stand schon wieder eine freundliche Frau neben uns, welche uns gleich mit vollem Enthusiasmus von dem Projekt erzählte. „Hier sind die Autoren Kinder und Jugendliche.“, meinte sie zu uns und zeigte uns gleich ein paar Exemplare: Bücher, dicke und dünnere, kleine und große, mit Aufschriften wie „Jugendsprache – ein Lehrbuch für Eltern und andere Erwachsene“. Einmal in der Woche treffen sich die großen und kleinen Nachwuchsautoren, um an ihren Werken zu arbeiten. „So lernen die Kinder und Jugendlichen auch von einander.“, so die Verlegerin. „Außerdem sind die meisten Teilnehmer des Projektes schon seit der Grundschule dabei und sind inzwischen selbst Verleger und Vertreter auf Messen wie dieser.“ Dies faszinierte uns. Die Bücher sind meist so hochwertig geschrieben, dass wir echt erstaunt waren, was Jugendliche unseres Alters so auf die Beine stellen können.
Ziemlich schnell wurde unser Blick aber wieder von den liebevoll gestalteten Büchern abgelenkt, denn in dem Menschengewühl aus Schülern, Senioren und anderen Lesebegeisterten sahen wir etwas komplett Blaues. Ziemlich ungewöhnlich in der Masse. Kurz darauf entdeckten wir dann die Verursacherin des Ozean-farbenen Schimmers: eine Meerjungfrau! In einem blauen, bodenlangen Kleid mit ebenso gefärbter Perücke sowie Seesternen, Muscheln und Algen ausgestattet, stand sie vor uns. Hinter ihr verbarg sich auch eine Besucherin der Leipziger Buchmesse, welche sich jedes Jahr anders verkleidet. „Dieses Jahr bin ich als das Meer gekommen.“, erzählte sie uns in einem kurzweiligen Gespräch. Wirklich eine originelle Verkleidung, wie wir fanden.
Als wir unsere Blicke dann abwendeten, entdeckten wir eine riesige Menschenmenge, die sich vor einer kleinen Bühne versammelt hatte. Allerdings konnte man diese dahinter nur erahnen, denn man hörte eine noch unbekannte Stimme. Unsere Neugier trieb uns dazu etwas zu tun, was ziemlich ungewöhnlich ausgesehen haben muss. Kurzerhand entschieden wir uns nämlich, der leichtesten durch eine mehr oder weniger stilvolle bzw. stabile Hebefigur auf den Schultern einen Überblick zu verschaffen. Von oben schoss sie ein paar Fotos und teilte uns erst mal mit, WER da überhaupt auf der Bühne stand – der erfolgreichste Newcomer der Comedyszene: Luke Mockridge! Er stellte sein neues Buch „Mathe ist ein Arschloch“ vor.
Von unten lauschten wir seinen coolen Sprüchen und kamen aus dem Lachen nicht mehr raus. Schon mit seiner ersten Aussage: „DEUTSCH für die meisten eine Fremdsprache, ne?“ erhielt er von fast allen Zuhörern, welche natürlich zum Großteil Schüler waren, zustimmendes Gelächter. Unter anderem erzählte er uns von verschiedenen Schülertypen, die (leider) schon seit seiner Schulzeit existieren, wie den „Hochbegabten“, den „Meine-Eltern-halten-mich-für-einen-Hochbegabten“ oder die “Ich-fang-an-zu-heulen-weil-ich-ne-2 minus-geschrieben-hab“. Am meisten traf er mit den Zitaten aus seinem Buch den Nerv der geplagten Schüler, bei denen es sich um wahrheitsgemäße, urkomisch schuluntypische Tatsachen handelte. Denn man wird nie jemanden sagen hören „ Ich finde die Schulklos hygienisch hochwertig und voll funktionsfähig.“ Wir waren so begeistert, dass sich 3 von uns opferten, um sich durch die zur Bühne strömende Masse der begeisterten Fans zu kämpfen und ein Autogramm zu erhaschen. Dies gelang uns glücklicherweise auch, kurz bevor die Buchmesse-Manager ihn und uns von der Bühne schmissen.
Selbst im Bus auf der Heimfahrt waren wir noch in Gedanken bei dem charmanten Comedian, der seine Buchvorstellung mit dem wohl bekanntesten Lehrerspruch aller Zeiten schloss: „Nicht die Klingel beendet den Unterricht, ICH beende den Unterricht!“

 

Mehr als nur Theater

Schüler der Klassenstufe 11 erlebten am 17. März 2014 im Staatsschauspiel Dresden eine großartige Inszenierung des Stückes „Corpus Delicti“ von Juli Zeh

Juli Zeh entwirft in „Corpus Delicti“ das Science-Fiction-Szenario einer Gesundheitsdiktatur irgendwann im 21. Jahrhundert. Sie zeichnet ein System, das alle und alles kontrolliert. Gesundheit ist zur höchsten Bürgerpflicht geworden. Die „Methode“ verlangt ein festes Sportpensum ebenso wie die Abgabe von Schlaf- und Ernährungsberichten. Buchstäblich über jeden Schritt seiner Bürger ist dieser Staat informiert. So auch über Mia Holl, die sich nach dem Selbstmord ihres Bruders vor einem Schwurgericht verantworten muss.
In einer Gesellschaft, in der die Sorge um den Körper alle geistigen Werte verdrängt hat, reicht diese Innenausstattung aus, um als gefährliches Subjekt eingestuft zu werden. Mia Holl gerät ins Visier des Systems, und plötzlich geht es um mehr als um das nicht geleistete Sportpensum: Es soll bewiesen werden, dass ihr Bruder, verurteilt wegen einer angeblichen Vergewaltigung, unschuldig ist.

Wie weit kann und wird der Staat individuelle Rechte einschränken? Gibt es ein Recht des Einzelnen auf Widerstand?
Die Regisseurin Susanne Lietzow („Klaus im Schrank“) geht diesen Fragen gemeinsam mit den Studentinnen und Studenten des Schauspielstudios Dresden nach und kann das junge Publikum begeistern.

Dazu einige Stimmen aus dem Deutsch-Leistungskurs Klasse 11:

Anna : „Simpel von den Kulissen her, doch großartig von der Umsetzung.“

Jasmin: „Überraschend gut! Ich bin begeistert! Das hatte ich nicht erwartet,“

Carolin: „Viele Details bzw. Effekte (Kamera, Leinwände, Bildschirme, wiederkehrendes Symbol der Methode) garantierten eine gute Umsetzung des Buches. Die eher schlichten Kostüme waren dennoch vielseitig und optimal gewählt.“

Lisa: „Durch dieses Theaterstück bekommt man ein besseres Verständnis für die Handlung des Romans.“

Josephine: „Ich fand es gut, dass manche Passagen witzig gestaltet waren. Somit war die Aufführung nicht so trocken.“

Ines: „Super Schauspieler!“