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Merhaba Türkei!! Platsch. Mist, eine Pfütze! Na ja, da ist der Schuh eben nass. Wir gehen ja nur zum Bürgermeister von Ünye höchstpersönlich. Wir, das sind etwa ein dutzend Schüler aus der elften und zwölften Klasse unsres Gymnasiums, die sich auf die Reise in das Land der Muselmänner gemacht haben. Zehn Tage lang würden wir Unterricht an unserer Partnerschule in Ünye erleben, in original türkischen Familien wohnen, eine ganz andere Kultur und viele neue Leute kennenlernen. Doch in was für Familien werden wir kommen, darf man dort überhaupt ohne Kopftuch aus dem Haus und gibt’s vielleicht jeden Tag Döner kebab? Was ist an all diesen Klischees wirklich dran? Wir wollen es selbst rausfinden. Jetzt sitzen wir also auf den weißen Ledersofas beim Oberbürgermeister, ein Blitzlichtgewitter umgibt uns und mehr als eine Kamera schneidet jedes Wort mit. Als Deutscher ist man hier eine echte Attraktion. Aber alle sind sehr, sehr nett und der Bürgermeister entschuldigt sich bei uns, dass er uns nichts zu essen anbieten könne, doch es sei eben Ramazan, der muslimische Fastenmonat, und in diesem Monat esse man von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nicht. Kein Problem, von unseren Gastfamilien werden wir morgens bis abends und darüber hinaus bestens versorgt! Auch mit unseren Gastgeschwistern freundeten wir uns schnell an! Wir standen morgens mit ihnen auf, fuhren zur Schule, gingen in Cafés, machten Party und plumpsten abends, genau wie unsre Freunde, k.o. ins Bett. Manchmal waren wir „Germans“ auch mal alleine unterwegs, denn man kann den türkischen Lehrern ja auch nicht ständig die Schüler entziehen. Also haben wir uns Große Felsengräber in „Amasya“ angesehen, verschleierten uns, um mal in eine Moschee reinzugucken, drangen in die unendlichen Tiefen einer Tropfsteinhöhle vor und fuhren (so kam es uns vor) einmal mit dem Bus quer durch die Türkei. Ein andermal gingen wir einfach mal nur barfuß am Sandstrand entlang, knipsten tausende Bilder und blödelten mit unsren Freunden rum. Und natürlich, wie kann es anders sein, besuchten wir auch eine Haselnussfabrik. Kommen doch stattliche siebzig Prozent aller weltweit verarbeiteten Haselnüsse aus der Türkei. Auf einer Farm, die uns unsre türkischen Gastgeber noch gerne vorführen wollten, durften wir so viele Feigen essen, wie wir fanden oder bis uns der Bauch platzte, je nachdem. Die Zeit verging wie im Flug und wir lernten viele Sachen kennen, etwa wie man türkisch tanzt oder Kaffee kocht, dass „erik“ Pflaume heißt und, dass zehn nach sieben immernoch um sieben ist. Jetzt sitzen wir im „Tilla“, einem kleinen Café in Ünye gleich um die Ecke und planen und freuen uns schon auf den Gegenaustausch. Wenn unsere Türken uns dann hier in Deutschland besuchen kommen, wird’s sicher wieder einiges zu erzählen geben. Bis dahin. Güle güle |